In diesem Tutorial löschst du eine klassische Festplatte mit magnetischem Speichermedium vollständig mit Windows Bordmitteln. Gemeint ist eine HDD mit Magnetscheiben.
Windows bringt dafür das Kommandozeilentool "DiskPart" mit, mit dem sich ein kompletter Datenträger zuverlässig löschen lässt.
Beim hier genutzten Vorgehen werden alle Daten auf der Festplatte mit Nullwerten überschrieben. Diese Methode gilt bei klassischen HDDs als sichere Löschung, weil Inhalte dadurch praktisch nicht mehr sinnvoll wiederherstellbar sind.
Wichtig zu wissen ist, dass der Löschvorgang, den du mit diskpart auslöst ohne Rückfrage startet und nicht rückgängig gemacht werden kann.
Achte also darauf konzentriert zu arbeiten, damit nicht versehentlich der falsche Datenträger gelöscht wird.
Bevor du startest, sicherst du alle Daten, die du behalten willst, auf ein anderes Laufwerk. Danach trennst du, wenn möglich, externe Datenträger, die nicht betroffen sind, damit bei der Auswahl weniger Verwechslungsgefahr besteht.
Plane außerdem ein, dass das Löschen je nach Größe der Festplatte lange dauern kann, weil jeder Sektor beschrieben wird. Bei großen HDDs können das mehrere Stunden sein, und das ist normal.
Öffne jetzt die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten.
Dafür gibst du in der Windows Suche "cmd" ein und wählst das Suchergebnis "Eingabeaufforderung" aus.
Verwende dabei den Link "Als Administrator ausführen". Dadurch erhält das in der Eingabeaufforderung ausgeführte Programm DiskPart die nötigen Rechte, um Datenträgerbefehle auszuführen.
Im geöffneten Kommandozeilenfenster startest du DiskPart, indem du den folgenden Befehl eingibst und mit der Eingabetaste bestätigst.
diskpart
DiskPart ist interaktiv. Das bedeutet, du steuerst es nicht über lange Parameterketten, sondern gibst einzelne Befehle nacheinander ein, die du jeweils mit Enter bestätigst.
DiskPart arbeitet immer auf dem Objekt, das gerade den Fokus hat, also auf dem Datenträger, den du zuvor ausgewählt hast.
Sobald DiskPart aktiv ist, lässt du dir zuerst alle angeschlossenen Datenträger anzeigen. Gebe dafür folgenden Befehl ein:
list disk
Jetzt siehst du eine Liste mit Datenträgernummern und Größenangaben. Den passenden Datenträger identifizierst du in der Regel über die Größe in GB.
Falls mehrere Datenträger sehr ähnlich groß sind, hilft dir ein Abgleich in der Datenträgerverwaltung, weil dort zusätzlich der aktuelle Laufwerksbuchstabe und die Struktur sichtbar sind.
Die Datenträgerverwaltung erreichst du über die Windows Tools in der Computerverwaltung und dort über Datenträgerverwaltung oder du gibst direkt den Begriff "Datenträgerverwaltung" in der Windows-Suche ein.
Anschließend vergleichst du Datenträgernummer, Größe und den angezeigten Laufwerksbuchstaben mit dem Datenträger, den du wirklich löschen willst.
Wenn der zu löschende Datenträger zum Beispiel die Nummer 1 hat, wählst du ihn so aus. Bei einer anderen Nummer ersetzt du die 1 durch die passende Zahl aus der "list disk" Liste.
select disk 1
Ab jetzt ist besondere Vorsicht wichtig, weil alle folgenden Befehle auf genau diesen Datenträger angewendet werden. DiskPart setzt mit select disk den Fokus auf den gewählten Datenträger.
Der nächste Befehl löscht den Inhalt der Festplatte vollständig, indem jeder Sektor mit Nullwerten beschrieben wird.
clean all
Der Vorgang startet ohne Rückfrage und ist unumkehrbar. Der Befehl "clean all" ist deutlich langsamer als clean, weil nicht nur die Partitionstabelle entfernt wird, sondern wirklich der gesamte Datenträger überschrieben wird.
Nach Abschluss des Befehls "clean all" ist der Datenträger aus Sicht von Windows leer. Danach kannst du ihn bei Bedarf neu initialisieren, partitionieren und formatieren, je nachdem wofür die Festplatte genutzt werden soll.
Wenn du DiskPart beenden willst, gibst du den Befehl "exit" ein und bestätigst mit Enter.
Die Systempartition lässt sich auf diesem Weg in der laufenden Windows Installation nicht löschen, weil Windows von diesem Datenträger gerade genutzt wird und deshalb blockiert wird.
Du kannst also immer nur Partitionen von Laufwerken oder andere angeschlossene Laufwerke löschen.
Möchtest du die aktive Betriebsystempartition oder das komplette Laufwerk löschen, auf dem das Betriebssystem installiert ist, benötigst du ein bootfähiges Löschsystem wie "ShredOS".
Damit ein solches System startet, erstellst du einen bootfähigen USB-Stick. Für diesen Schritt eignet sich das Tool "Rufus", weil sich damit ISO-Abbilder als bootfähige USB-Medien erstellen lassen.
Beim Erstellen werden die Daten auf dem USB-Stick gelöscht, deshalb nutzt du am besten einen leeren Stick.
Anschließend bootest du den PC vom USB-Stick. Von dem System, das du mit dem USB-Stick startest, kannst du nun die Systemfestplatte löschen.
Es ist dir also dadurch möglich, auch das Laufwerk zu löschen, von dem Windows normalerweise gestartet würde.
Für SSDs ist häufig ein anderes Tool beziehungsweise ein anderes Verfahren sinnvoller, wenn du diese komplett und sicher löschen möchtest.
Der Hintergrund ist, dass SSDs intern mit Speicherzellen, Wear Leveling und Reserveblöcken arbeiten, wodurch ein einfaches Überschreiben nicht immer das bevorzugte Vorgehen zur sicheren Datenvernichtung ist.
Für SSDs ist es deshalb besser, ein "Secure Erase"- beziehungsweise "Sanitize"-Verfahren zu nutzen, statt eine SSD vollständig mit Nullen zu überschreiben.
Eine SSD speichert Daten nicht auf Magnetscheiben wie eine HDD, sondern in Flash-Speicherzellen. Das hat drei wichtige Folgen, die erklären, warum sich SSDs beim Löschen anders verhalten als klassische Festplatten.
In einer SSD bestehen die Speicherbereiche aus sehr vielen kleinen Flash-Zellen, die in Seiten und Blöcken organisiert sind.
Daten werden in der Praxis meist seitenweise geschrieben, aber nur blockweise gelöscht. Dadurch muss ein Controller intern oft Daten umorganisieren, wenn etwas geändert oder gelöscht wird.
Flash-Zellen nutzen sich mit jeder Schreib- und Löschoperation ein kleines Stück ab. Damit nicht immer dieselben Bereiche kaputtgehen, nutzt die SSD Wear Leveling.
Dabei verteilt der SSD-Controller Schreibvorgänge automatisch über möglichst viele Zellen, damit die Abnutzung gleichmäßig bleibt.
Für dich bedeutet das, selbst wenn du glaubst, du überschreibst genau denselben Bereich, kann die SSD die Daten intern auf andere physische Zellen umleiten.
SSDs haben zusätzlich Reserveblöcke, also Speicherbereiche, die nicht direkt für das Betriebssystem sichtbar sind.
Diese Reserve wird genutzt, um defekte Blöcke zu ersetzen, Leistung stabil zu halten und Wear Leveling zu ermöglichen. Das nennt man häufig auch "Over-Provisioning".
Daten, die früher einmal in einem Block lagen, können daher intern noch eine Weile in solchen Bereichen existieren, auch wenn sie im Dateisystem längst gelöscht wirken.
Wenn du eine SSD "normal" überschreibst, kann der Controller durch Wear Leveling und Reserveblöcke dafür sorgen, dass nicht alle alten Daten exakt dort überschrieben werden, wo sie ursprünglich lagen.
Deshalb gelten bei SSDs oft Verfahren wie Secure Erase oder Sanitize als sinnvoller, weil sie direkt den SSD-Controller anweisen, den internen Speicherbestand gezielt zu bereinigen.
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Infos bei Wikipedia
Weitere Informationen zu Windows 11
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